Musikvermittlung

Sonntagsmatinee der Extraklasse für Kinder

Von Bernhard Pahlmann

Autor/Quelle: NRWZ-Redaktion -

27. Juni 2016

ROTTWEIL – Man nehme: diverse Gitarren, einen Kessel mit Wasser, einen Käfig ohne Vogel, eine tongebende Hupe, zwei klassische Konzertgitarristen, interessiertes Publikum aller Generationen, ein historisches Schulgebäude und Komponisten, die etwas wagen wollen. Nach diesem Rezept hat der Intendant der Sommersprossen, Prof. Ingo Goritzki eine Sonntagsmatinee der Extraklasse zubereitet.

Die Künstler, Stefan Conradi und Bernd Gehlen konnten Werke von John Cage, Mauricio Kagel, Violeta Dinescu und Gerard Grenell den zahlreich teilnehmenden Kindern in wohltuender Abwesenheit von pädagogischem oder gar animatösem Firlefanz nahebringen. Gern auch „by doing“.

Händereiben, Füßescharren, Schenkelklopfen der Teilnehmer etwa waren die Antworten auf Quietschen, Wassergießen, Gitarrezupfen der Protagonisten. Und schließlich konnten 15 Kinder mit der Nennung ihrer Namen, Adressen und Geburtsdaten ohne das Bremsen des Datenschutzes Raffung und Dehnung von Silben oder crescendo und decrescendo beim Deklamieren im Zusammenwirken erlernen.

Da reihte sich auch der Sponsor, die ENRW, mit den verteilten klappernden“‚Plastignetten“ relativ harmonisch ein!
Der zu Beginn vorgestellte spanische Komponist Enríquez de Valderrábano hätte nicht umhin können, seine Freude über soviel Spaß am musikalischen Ernst zu bekunden.

Info: Sonntag, 26.06.2016 / 11.00 Uhr Johanniterschule

•• John Cage (1912-1992): Sounds of Venice  (1959) •• Violeta Dinescu (*1953): Ismail si Turnavitu  (2003) for 2 electric guitars  •• Mauricio Kagel (1931-2008): Quasi niente •• Gerard Grenell (*1952): Tutti für einen E-Gitarristen, Assistenten und Publikum •• Mauricio Kagel: Montage à titre de spectacle  (1967/2002)

Duo Conradi-Gehlen - elektrische Gitarre, Banjo, Ukulele, div. Klangerzeuger u.v.m.

 

 

Bietigheim-Bissingen

Neue Musik: Da gibt's kein Richtig oder Falsch

Drei Tage lang probieren sich Schüler der Klassen 7u und 10a der Ellental-Gymnasien mit den Musikern Bernd Gehlen und Stefan Conradi in Neuer Musik. Am Donnerstagabend stellen sie die "Sounds of Ellental" in einer Aufführung vor.

GABRIELE SZCZEGULSKI | 03.02.2016   

Schüler der Klasse 7u der Ellental-Gymnasien proben mit Bernd Gehlen (rechts) und Stefan Conradi (links) auf der Bühne der Aula das Stück Neuer Musik, "Sounds of Ellental". Sie stellen Alltagsgeräusche aus der Schule dar.

Foto: Helmut Pangerl

Schüler der Klasse 7u der Ellental-Gymnasien proben mit Bernd Gehlen (rechts) und Stefan Conradi (links) auf der Bühne der Aula das Stück Neuer Musik, "Sounds of Ellental". Sie stellen Alltagsgeräusche aus der Schule dar. 

Eine Tür fällt geräuschvoll zu, eine Fahrradkette surrt, Papier wird zerrissen, ein Kugelschreiber fallen gelassen, vom Brot abgebissen, ein Buch wird umgeblättert, die Kreide auf der Tafel quietscht, man hört Lachen, Tritte, Geschrei. In der Aula des Gymnasiums proben die Schüler der Klasse 7u von Musiklehrerin Katharina Pott die "Sounds of Ellental". Es ist eines von drei Stücken, das die Schüler gemeinsam mit dem Musikerduo Bernd Gehlen, Gitarrist und Bietigheimer Musikschullehrer, sowie Stefan Conradi, ebenfalls Gitarrist, einstudieren. Drei Tage lang, vier Stunden, geht es nur um Neue Musik. Die Schüler der siebten Klasse und die 10a nehmen an einem Projekt teil, das vom Netzwerk Neue Musik organisiert und finanziert wird, mit Unterstützung der Baden-Württemberg-Stiftung und dem Kulturamt der Stadt Bietigheim-Bissingen.

Komponist John Cage machte es mit seiner Komposition "Sounds of Venice" vor, wie man mit Alltagsgeräuschen einen ganz speziellen Sound, ja, Musik, kreieren kann. "Die Schüler waren sehr einfallsreich", sagt Bernd Gehlen, der mit Stefan Conradi in ganz Deutschland Workshops in Neuer Musik gibt. "Sie sind, so haben die Schüler erzählt, mit offenen Ohren durch das Schulhaus gelaufen und haben es quasi neu entdeckt", erzählt auch Helga Maria Craubner, die Geschäftsführerin des Netzwerks Neue Musik in Stuttgart, die das Projekt vor Ort begleitet.

"Uns geht es darum, die Neue Musik überall im Land publik zu machen", sagt Craubner. "Mit Neuer Musik", so Gehlen, "entdecken viele die Musik erst, bemerken, wo überall Töne drin sind." Dominik und Leon, zwei der Siebtklässler, bestätigen das: "Ich überlege echt, ob ich mit Musik weitermache, ich habe mich sogar schon erkundigt, ob man Neue Musik studieren kann oder professionell davon leben", sagt Dominik, und Leon kann gar nicht aufhören, aus alltäglichen Tönen Musik zu machen.

Jeder Schüler, so Gehlen, brachte sich mit Ideen in die "Sounds of Ellental" ein. Am kommenden Donnerstagabend werden die Schüler in einer Aufführung in der Aula des Gymnasiums demonstrieren, wie musikalisch ihre Schule klingt. Neben der Cage-Adaption wird aber auch das Original, "Sounds of Venice", intoniert vom Duo Bernd Gehlen und Stefan Conradi, zu hören sein. Außerdem spielen die beiden Profis drei weitere Stücke Neuer Musik: Mit zwei Westerngitarren, die mit einem Stahldraht verbunden sind, wird das Stück "Wired" von Matthias Kaule umgesetzt. Sehr anspruchsvoll ist die "Venezianische Eröffnung" von Jörg Meinka, die mit klassischen Gitarren gespielt wird. Aus der rumänischen Dada-Epoche stammt das Werk "Ismail Si Turnavito" von Violetta di Nesco, das von Gehlen und Conradi mit elektrischen Gitarren und Effekten präsentiert wird. Die Siebtklässler werden außer dem Ellental-Sound noch weitere drei Stücke vorführen. Die Klasse 10a präsentiert das Stück "Story" aus John Cages "Livinroom-Music" und das "Stuhlgewitter" von Dieter Schnebel.

Lehrerin Katharina Pott ist froh, sich für das Projekt mit ihren beiden Klassen beworben zu haben. "Die Schüler haben einen ganz neuen Zugang zur Musik bekommen, es hat ihnen sichtlich Spaß gemacht und sie sind mit Feuereifer dabei", sagt sie. "Da ist ein Interesse da sich auszudrücken, das kann man mit klassischer Musik und verkrusteten Strukturen nicht erreichen", sagt Bernd Gehlen. "Da gibt es kein Richtig oder Falsch, da wird nichts benotet, da wird einfach aus Tönen etwas gemacht, und es macht Spaß", so Helga Maria Craubner vom Netzwerk Neue Musik, die stolz ist, dass immer mehr sich für Neue Musik interessieren, "vor allem sind wir daran interessiert, nicht nur in die Zentren oder Städte zu gehen, sondern die Neue Musik auch in ländliche Gebiete zu bringen", sagt sie. Musiker wie Bernd Gehlen oder Stefan Conradi sorgten dafür, dass dies gelinge.

Info Das Konzert "Sounds of Ellental" ist am Donnerstag, 4. Februar, 19.30 Uhr, in der Aula der Ellental-Gymnasien. Der Eintritt ist frei.

Bietigheimer Zeitung 3.2.2016

 

Ellentalgymnasium Bietigheim-Bissingen Februar 2016 Foto: Stefan Conradi
Ellentalgymnasium Bietigheim-Bissingen Foto: Stefan Conradi Februar 2016
Ellentalgymnasium Bietigheim-Bissingen Februar 2016 Foto: Stefan Conradi

 

 

 

„Sounds of Duisburg“

 

Projekt mit der Klasse 9d der Landfermannschule Duisburg,

 

den Duisburger Philharmonikern und dem Theater Duisburg

 

am 1.– 3.12.2014

 

Foto: Imke Alers

Unter dem Titel „Sounds of Duisburg“ haben 23 Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse des Landfermann Gymnasiums gemeinsam mit dem Gitarren-Duo Stefan Conradi und Bernd Gehlen eine Klangcollage unserer Stadt erstellt. Beteiligt waren ein Fahrrad, ein Ball, eine Hupe, Geldmünzen, Handys und viele Dinge mehr. Nach zwei Tagen intensiver Arbeit wurde das Ergebnis am 3. Dezember im Opernfoyer des Theaters Duisburg präsentiert.

https://de-de.facebook.com/duisburgerphilharmoniker

Foto: Stefan Conradi
Foto: Stefan Conradi
Foto: Stefan Conradi
Foto: Stefan Conradi
Foto: Stefan Conradi
Foto: Stefan Conradi

 

„Sounds of Boxberg“

Projekt an der Walparkschule Heidelberg (Gemeinschaftsschule mit Inklusionsklasse) Mai und Juli 2014

Duo Conradi-Gehlen in Kooperation mit dem „Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg“

 

 

Foto: Stefan Conradi
Foto: Stefan Conradi
Foto: Stefan Conradi
Foto: Stefan Conradi

 

Zeitgenössische Musik in der Schule

ein Projekt der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

 Projekt im Schuljahr 2012/13

 

»Sounds of …« Szenische Musik
Duo Conradi-Gehlen

Die Schüler erarbeiten eine szenische und kompositorische Version von John Cages »Sound of Venice« oder der »Song Books«. Beide Werke sind in der Instrumentation relativ frei, sodass die Schüler entweder ein Instrument spielen oder in andere Möglichkeiten der experimentellen Klangerzeugung (Body Percussion, objets trouvée etc.) bzw. szenische Aktionen eingebunden werden. Ob mit oder ohne Notenkenntnisse, im Vordergrund steht die praktische und kreative Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik.

 

Link zu den Fotos:  http://www.nsks.de/nsks/musik/zgm_schule/projekte_2012_13.html


  

"Sounds of... Zeven"

St. Viti Gymnasium Zeven 11. - 13.2.2013

Zevener Zeitung 14.2.2013

 

 

"Sounds of... Hildesheim"

Gymnasium Andreanum 14.2.2013

Fotos: Siegfried Baramsky

 

Foto: Siegfried Baramsky
Foto: Siegfried Baramsky
Foto: Siegfried Baramsky
Foto: Siegfried Baramsky
Foto: Siegfried Baramsky

 

 

"Sounds of.... Leipzig"  November 2012

 

 

Sounds of Leipzig - zum 100. Geburtstag 2012 von John Cage

John Cage, dessen 100. Geburtstag im Jahr 2012 gefeiert wird, hat seine Komposition „Sounds of Venice" nach Klängen, die er auf dem Markusplatz in Venedig gehört hat, mit Hilfe von Zufallsoperationen zusammengestellt.
Für unsere Komposition „Sounds of Leipzig" wollen wir zusammen mit den Schülern Klänge erfinden, diese dann nach Cages Prinzip per Zufall kombinieren und dann gemeinsam das so entstandene Werk „Sounds of Leipzig" aufführen.
Das Werk ist in der Instrumentation relativ frei. So können die Schüler entweder ihr Instrument mitbringen oder sie nutzen die Möglichkeiten der experimentellen Klangerzeugung (Bodypercussion, objets trouvè etc.). Außerdem können sie in szenische Aktionen eingebunden werden.

Das Duo Conradi-Gehlen hat 2011 seine zweite CD in Co-Produktion mit dem Hessischen Rundfunk veröffentlicht und bei vielen Musikvermittlungsprojekten (u.a. „Zeitgenössische Musik in der Schule" der Niedersächsischen Sparkassenstiftung) seine „Sounds of..." an vielen Orten im ganzen Bundesgebiet erfolgreich mit Schülern aufgeführt.

Dauer: ca. 1 Stunde

Sounds of Leipzig November 2012 Foto Valentin Cringanu
Sounds of Leipzig November 2012 Foto Valentin Cringanu
Sounds of Leipzig November 2012 Valentin Cringanu

 

 

 

 

Zeitgenössische Musik in der Schule Projekte 2006 – 2010

Niedersächsische Sparkassenstiftung

 

 

 

Zeitgenössische Musik in der Schule Eröffnungsveranstaltung 2006
Zeitgenössische Musik in der Schule 2009 Projekt "Kagel, Schnebel, Stockhausen" Broschüre ZMIS
ZMIS Broschuere_29_9_09_Projekt5_Version[...]
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aus "Hannoversche Allgemeine"
aus "Nienburger Zeitung"